Begegnung auf Augenhöhe

Eine volle Flüchtlingsunterkunft wirkt auf manche Anwohner/innen abschreckend, Vorurteile erschweren die Kontaktaufnahme.

Die dort Untergebrachten ihrerseits spüren Ablehnung und fühlen sich oft isoliert. Um Hürden zu überwinden, müssen beide Seiten aufeinander zugehen können.

 

Was können Sie tun?

 

Viele Flüchtlinge freuen sich über solidarischen Besuch und sind ausgesprochen gastfreundlich.
Gehen Sie ruhig auf Flüchtlinge zu – aber tun Sie dies mit der gebotenen Höflichkeit und Zurückhaltung, denn auch eine Großunterkunft ist für die Bewohner/innen privater
Wohnraum. Nicht selten ist der einzige Sitzplatz, den ein Flüchtling anbieten kann, sein Bett.

 

Wichtig:  Bitte stimmen Sie einen Besuchswunsch mit Frau Hörster oder Herrn Haroglu vorher ab.

 

Seien Sie geduldig:

 

Ein offener, ehrlicher Umgang miteinander, Vertrauen und eine Begegnung auf
Augenhöhe brauchen Zeit, um zu wachsen. Auf beiden Seiten.
Beziehen Sie Asylsuchende ein.
Wenn Sie Kennenlernabende, Stadtteilfeste, Filmvorführungen oder Diskussionsveranstaltungen organisieren, geben Sie Flüchtlingen die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen.

 

Rein ins Leben

 

Sind Flüchtlinge abgelegen untergebracht, haben sie oftweite Wege: zum Rechtsanwalt, zu Ärzten, Vereinen oder Bildungsangeboten, zum Supermarkt. Mobilität ist dann
ein Erste-Hilfe-Thema. Wichtig sind auch Zugänge zu kulturellen und sozialen Einrichtungen.

 

Was können Sie tun?

Stellen Sie Flüchtlingen die örtlichen Sport- und Kultur- Angebote vor und ermutigen Sie
sie zum Ausprobieren. Wenden Sie sich an Sportvereine und Kultureinrichtungen,
um Möglichkeiten einer kostenlosen oder ermäßigten Teilnahme insbesondere von Flüchtlingskindern zu finden. Suchen Sie auch Angebote ausschließlich für Frauen oder Mädchen.

 

Eins zu Eins. Patenschaften

 

Ehrenamtliche „Patinnen und Paten“ oder „Mentorinnen und Mentoren“ können viel tun: Kurse geben, Stadtrundgänge anbieten, Kinder betreuen und anderes. Engagierte begleiten Flüchtlinge bei vielen alltäglichen Dingen des Lebens – und manchmal darüber hinaus. Das für alle Seiten richtige Maß an Unterstützung zu finden, ist die größte Herausforderung.

 

Was können Sie tun?

 

Arbeiten Sie in einer der Arbeitsgruppen mit.
Reflektieren Sie einen Moment ihre Motivation und Erwartungen. Überlegen Sie, wo Ihre
Interessen, Stärken und Grenzen liegen: Haben Sie ein Spezial-Tätigkeitsgebiet?
Suchen Sie intensiven persönlichen Kontakt zu einer Familie, oder wollen Sie vorrangig an
unverbindlichen Unternehmungen in der Gruppe teilnehmen?
Vergessen Sie nicht, dass Asylsuchende nicht nur hilfebedürftig sind, sondern mit der Flucht hohe Eigeninitiative bewiesen haben und Kompetenzen mitbringen:
In „Sprachtandems“ kann man den gegenseitigen Spracherwerb erproben. Lassen Sie sich zeigen, wie kulturelle Spezialitäten gekocht werden. Nehmen Sie Flüchtlinge als Gegenüber ernst.
Überfordern Sie sich nicht. Seien Sie sicher: Sie können nicht alle Probleme „ihrer“ Flüchtlinge lösen. Und Sie müssen auch nicht mit jedem klarkommen. Sorgen Sie auch für sich selbst: Eine Supervision wäre optimal, der regelmäßige Austausch mit anderen Ehrenamtlichen in einer Art Selbsthilfegruppe kann emotional entlastend und hilfreich sein.

 

Wichtig: Wenn Sie sich für eine Patenschaft interessieren, richten Sie bitte eine eMail an paten@fh-shs.de

Auszug aus dem Leitfaden "Herzlich Willkommen" von Pro Asyl - teilweise leicht geändert